Rückblick zum 2. Leipziger Gewässerschutztag

Der 2. Leipziger Gewässerschutztag fand am 30. März 2022 im Leipziger KUBUS unter Beteiligung von insgesamt ca. 200 Interessenten am anlagenbezogenen Gewässerschutz – Anwender, Behörden, Sachverständige, Firmen, etc. – sowohl in Präsenz, als auch an den Bildschirmen via Livestream statt.

„JGS-Anlagen, Biogas-Lager- und Abfüllanlagen“ – Unter diesem Schwerpunktthema lud die MFPA Leipzig GmbH als Veranstalter, mit Unterstützung des Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) und der Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA), zur diesjährigen Fachveranstaltung ein. Experten der Bauaufsicht und Behörden, renommierte Wissenschaftler sowie Sachverständige aus der Praxis referierten über das Spannungsfeld zwischen wasserrechtlichen, baurechtlichen, baukonstruktiven und nutzungsbedingten Anforderungen an JGS-, Biogas-Lager- und Abfüllanlagen.

Nach der Eröffnung der Veranstaltung durch Herrn Dr.-Ing. habil. Jörg Schmidt (Geschäftsführer der MFPA Leipzig GmbH) referierte der Leiter des Referates Gewässerschutz, Abdichtungen gegen wassergefährdende Stoffe, Herr Dr.-Ing. Ullrich Kluge (DIBt Berlin) über das Zusammenwirken von Bau- und Wasserrecht bei JGS-Anlagen und Biogas-Lager- und Abfüllanlagen. Auf anschauliche Art und Weise erläuterte er den Zusammenhang zwischen Bau- und Wasserrecht und referierte über die Anforderungen aus Musterbauordnung (MBO), Wasserhaushaltsgesetz (WHG) sowie der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) an JGS und Biogasanlagen.

Im Anschluss folgten im Vortrag von Dr.-Ing. Brigitte Westphal-Kay (DIBt Berlin) Informationen zu bauordnungsrechtlichen Anforderungen an Bauprodukte und Bauarten (MVV TB) und die für konkrete Anwendungen von der DWA zur Verfügung gestellten Technischen Regeln TRwS 792 und TRwS 793.

Herr Prof. Dr.-Ing. Hans-Werner Nordhues (wörner nordhues engineering GmbH) berichtete über Bemessungs- und Konstruktionsbesonderheiten bei Fahrsiloanlagen. Dazu griff er zunächst auf die Richtlinie des DAfStb Betonbau im Umgang mit wassergefährdenden Stoffen zurück, erläuterte seine Sichtweise zum Risikobegriff und zeigte am Beispiel des Traunsteiner Silos wesentliche Komponenten dieser Bauart sowie deren Beanspruchungen.

Über Vollzugserfahrungen im Zusammenhang mit BGA- und JGS-Anlagen sprach Dipl.-Ing. Stefan Gondlach (Landratsamt Görlitz, Umweltamt | Untere Wasserbehörde). Dabei berichtete der Vortragende über konkrete Beispiele aus eigener Überprüfungstätigkeit und gab u.a. Hinweise zu möglichen Umwallungen von Biogasanlagen.

Nach der Mittagspause wartete Herr Dr. Jochen Pohl (APO Geopohl AG) mit unterhaltsamen Ansichten und Informationen aus seiner Sachverständigenpraxis und Prüfungstätigkeit von landwirtschaftlichen Anlagen auf. Dabei spielten mögliche Dichtigkeitsprüfungen von Behältern eine wesentliche Rolle.

Dipl.-Ing. (FH) Leopold Glück (ö.b.u.v. Sachverständiger für Kunststofftechnik) befasste sich in seinem Vortrag mit Erfahrungen aus der Praxis beim Einbau von allgemein bauaufsichtlich zugelassenen oder zulassungsfähigen Leckageerkennungssystemen unterhalb von Rundbehältern aus Stahlbeton in JGS-Anlagen. Dabei ging er auf konkrete Beispiele ein und gab Informationen zur gängigen Praxis in unterschiedlichen Bundesländern.

Zum Abschluss der interessanten Fachtagung informierte Frau Dr.-Ing. Ute Hornig (MFPA Leipzig GmbH) über Dichtigkeit und Dauerhaftigkeit von Stahlbetonbauwerken im landwirtschaftlichen Bereich. Grundlage für ihre Ausführungen waren Ergebnisse aus abgeschlossenen Forschungsvorhaben zu dieser Thematik.

Der zur Veranstaltung erschienene digitale Tagungsband enthält die Präsentationen der Referenten und Referentinnen und konnte von allen Teilnehmenden über einen Onlinezugang heruntergeladen werden. Auf der begleitenden Fachausstellung zum Leipziger Gewässerschutztag präsentierten 11 Hersteller u.a. neue Entwicklungen sowie bereits zugelassene Systeme für Anlagen im Bereich des Gewässerschutzes.

Die auf der Webseite verfügbaren digitalen Ausstellerräume, können noch bis zum 30. April 2022 besucht werden. Hier können sich alle Teilnehmer, auch über den Tagungstermin hinausgehend, gezielt über interessante Entwicklungen und Produkte für landwirtschaftliche Anlagen im Kontext zum Gewässerschutz informieren.

Um Ihnen einen Einblick in den vergangenen Leipziger Gewässerschutztag zu geben, verweisen wir auf die Bildergalerie, die Sie HIER  einsehen können.


Nachlese 1. Leipziger Gewässerschutztag

ERFOLGREICHER AUFTAKT DER VERANSTALTUNGSREIHE „LEIPZIGER GEWÄSSERSCHUTZTAG“

Die MFPA Leipzig GmbH veranstaltete am 20. März 2019, unter Beteiligung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt), den 1. Leipziger Gewässerschutztag. Diese Auftaktveranstaltung stellt den Beginn einer Veranstaltungsreihe dar, die alle zwei Jahre jeweils im Wechsel mit dem Leipziger Abdichtungsseminar, fortgeführt wird. Der mit 140 Teilnehmern und 14 Ausstellern gut besuchte 1. Leipziger Gewässerschutztag (LGT) beschäftigte sich mit allgemeinen und speziellen Anforderungen an Bauwerke aus dem „Wasserhaushaltsgesetz“ (WHG) und der „Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen” (AwSV).

In der Begrüßung durch Herrn Dr. Jörg Schmidt (MFPA Leipzig GmbH) wurde der Tagungsinhalt mit den Worten umrissen „Der Leipziger Gewässerschutztag behandelt alle baulichen Aspekte zum Schutz der Gewässer und insbesondere des Grundwassers vor den Folgen menschlichen Handelns.“ Demnach müssen entsprechende Bauwerke so geplant, errichtet und betrieben werden, dass sie den geltenden wasserrechtlichen Vorschriften genügen und wassergefährdende Stoffe nicht austreten können.

Mit dem Grußwort des Präsidenten des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) Herrn Gerhard Breitschaft zur neuen Veranstaltungsreihe und einer sehr anschaulichen Einordnung in die bau- und wasserrechtliche Grundlagen für Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen, vorgestellt und eindrucksvoll illustriert von Herrn Dr. Ulrich Kluge (DIBt) begann der fachliche Teil der Veranstaltung.

Der Grundlagenblock wurde vervollständigt durch eine einfühlsame Vorstellung der Technische Regeln in Bezug auf wassergefährdende Stoffe – MVV TB, TRwS 781, TRwS 786 von Frau Dr. Brigitte Westphal-Kay (DIBt). Vollzugserfahrungen bei Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen aus der Sicht der Wasserbehörde stellte anschließend und stets mit einem Augenzwinkern Herr Stefan Gondlach (Landratsamt Görlitz, Untere Wasserbehörde) vor.

Der zweite Veranstaltungsblock behandelte die Planung und Bemessung von baulichen Anlagen. Einen Lösungs- und Bemessungsansatz für flüssigkeitsdichte Betonkonstruktionen nach der DAfStb – Richtlinie Betonbau beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (BUmwS) präsentierte mit viel zum Schmunzeln einladenden Zwischentönen Herr Dr. Lars Eckfeld (DIBt). Frau Dr. Ute Hornig (MFPA Leipzig GmbH) verdeutliche auf charmante Art und Weise die Anforderungen und Nachweise an flüssigkeitsdichte Abdichtungen und Einbauteile in LAU Anlagen.

Deutlich anwendungsorientierter wurde dann der 3. Veranstaltungsblock. Anschauliche Beispiele für die Umsetzung der bau- und wasserrechtlichen Anforderungen bei der Verwendung von Beschichtungssystemen sowie deren Konsequenzen für die Qualitätssicherung stellte überaus nachvollziehbar Herr Dr. Ulf Guse (Qualitätsgemeinschaft Deutsche Bauchemie) vor. Eine innovative Lösung für nicht selbsttragende Beton-Dichtschichten u.a. für LAU-Anlagen sowie deren Aufbau und konstruktiver Ausbildung mit entsprechenden Detaillösungen präsentierte Herr Carsten Tiede (Planning GmbH). Im letzten Vortrag des Tages brachte Herr Zanzani (Euroteam Bauchemie GmbH) ein kürzlich bauaufsichtlich zugelassenes Fugenabdichtungssystem für schwere Verkehrsüberrollungen in LAU-Anlagen dem Auditorium sehr anschaulich näher.

Die Veranstalter bedanken sich für den gelungenen Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe bei allen Referenten, Ausstellern und Gästen. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen beim nächsten Leipziger Gewässerschutztag 2021 oder beim 13. Leipziger Abdichtungsseminar im Januar 2020. Bleiben Sie uns gewogen!